Evangelische Schulseelsorge - Grundsätzliches

Evangelische Schulseelsorge ist ein durch den christlichen Glauben motiviertes und von der Kirche getragenes offenes Angebot an alle Menschen im Lebensraum Schule (SchülerInnen, LehrerInnen, Mitarbeitende an der Schule, Eltern). Sie bietet

  • ein offenes Ohr
  • qualifizierten Rat
  • Hilfe
  • Begleitung                                                                                                              in den Herausforderungen des alltäglichen Lebens. Damit leistet sie einen unverwechselbaren Beitrag zu einer lebendigen und menschenfreundlichen Schulkultur. 

Grundformen

Schulseelsorge hat eine implizite und eine explizite Dimension:
Seelsorge kann und soll sich implizit in allen Feldern kirchlichen Handelns an der Schule ereignen. Schulseelsorge intendiert ein explizit gewolltes und reflektiertes seelsorgerliches Handeln an Menschen im Lebensraum Schule. Sie ist als Seelsorge „Hilfe zur Lebensgewissheit“ und „Zuwendung zum einzelnen Menschen im Namen des Christentums und im Auftrag der Kirche“.

 

Explizite Schulseelsorge kann sich in drei Grundformen zeigen:

  • Einzelgespräche
  • Begleitung von Gruppen - liturgische und spirituelle Formen
  • Vermittlung und Vernetzung zwischen Schule und Kirche

Verhältnis zum Religionsunterricht

Religionsunterricht kann heute die sichtbar vielfältigen Belange der Schulseelsorge vielfach nicht integrieren. Schulseelsorge steht deshalb als eigenständiges Arbeitsfeld

im Schnittpunkt grundlegender Entwicklungslinien des Religionsunterrichts und der Schulentwicklung. Evangelische Schulseelsorge wird sich neben dem Religions-unterricht als eigenständiges Handlungsfeld und als besondere Form kirchlicher

Präsenz an der Schule etablieren.

Rettungsring Schulseelsorge, erste Hilfe für die Seele
Rettungsring Schulseelsorge, erste Hilfe für die Seele

Drei Formen von Schulseelsorge

Evangelische Schulseelsorge kennt drei Angebotsformen

 

Die Kontaktperson als Teil des Dienstauftrags
Die Kontaktperson ist an den Schulen bekannt. Alle Schüler*nnen wissen, dass sie im Bedarfsfall diese Person um Rat und Hilfe anfragen dürfen und dass diese Person dafür qualifiziert ist, entsprechend mit der Anfrage umzugehen. Kontaktpersonen nehmen die Schule bzw. die dort arbeitenden und lernenden Menschen seelsorgerlich wahr und erkennen besondere Herausforderungen. Diese werden in Kooperation mit anderen ins Gespräch gebracht und Lösungen zugeführt. Außerdem ist die Kontaktperson über weitere Angebote der Evang. Kirche im Umkreis informiert und vermittelt entsprechende Kontakte.


Durchgängiges, wöchentliches Beratungs- und Begleitungsangebot

oder Angebot über ein Schuljahr hinweg im Umfang von 1 Unterrichtsstunde Schulseelsorge hat in dieser Form einen fest zugewiesenen Platz im Stundenplan einer Schule, weist eine wöchentliche Sprechstundenzeit aus und steht für die intensivste Form der Begleitung zur Verfügung. Hier erfahren Schüler*innen nicht nur Rat und Hilfe sondern auch durchgängige Begleitung.

Auch für schulische Angebote steht die verantwortliche Person bzw. ein Team zur Verfügung. Schulseelsorge kann so Teil des Schulprofils und der Konzeption einer Schule werden. Insbesondere an Ganztagsschulen kann damit spezifisch kirchliche Präsenz mit eigenem Profil gezeigt werden.


Punktuelle, projektartige, anlassbezogene Angebote
Besondere Bedarfslagen übersteigen bisweilen die Kapazität einer Kontaktperson, wo sie anlassbezogen und intensiv einen begrenzten Zeitraum erfordern. Diese mittlere Befassungsform ist sehr variabel zu handhaben und jeweils vor Ort zu entscheiden.

Für Maßnahmen im Rahmen der Schulseelsorge können beim Schuldekan Zuschüsse beantragt werden, z.B. für:
Einkehrtage (auch in Klöster/Stift Urach); Tage der Orientierung; Besinnungstage; Räume der Stille
anlass- und projektbezogene Unterstützung der Schulen im Schwerpunkt Schulseelsorge oder Vergleichbares.